21. Juli 2010 von Agapi
„Wieso sind Sie so Hölle sozial, Agapi?!“
NOTIZEN EINER ANDEREN
O.k. Wenn man eine solche Historie hat wie ich, wird man entweder zum Mega-Arsch oder man strebt das höhere Sein an. Da kann sich Menschenkind gar nicht gegen wehren. In meiner Kindheit war ich nicht allein, ich bin mit zig Pflegekindern groß geworden, die alle verschiedene gruselige Schicksale verbanden. Ich wurde also schon in jungen Jahren mit der Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft konfrontiert und von meinem Elternhaus geprägt. Dazu noch die Bedeutung meines Namens … mehr muss ich glaube ich nicht sagen, oder?
Ich hatte unbewusst eine Zeit mit Helfersyndrom, danach kam die Zeit, in der das Syndrom gestört wurde durch einen Schuss gesunden Egoismus … dieser Krafttanz, wer übernimmt die Führung beim Tanzen war anstrengend aber verdamt lehrreich. Ich denke, heute kann ich sagen, dass ich ein ausgewogenes sozial handelndes Menschenkind geworden bin, welches sich ein A nicht für ein U verkaufen lässt, gerne mit schnellen Autos umherflitzt und Spaß hat, sprich, nicht mehr so doof ist, sich die Butter vom Brot nehmen zu lassen und Spaß hat zu geben was es übrig hab. GANZ VIEL POWER.
Wir in AGAPIS WELT rechnen mit Wertschätzung, denn einen Teil des Reinerlöses jedes erworbenen Produkts fließt in soziale Projekte wie in „Paten für Strassenkids“. Geh doch einfach mal sozial shoppen! SHOP >
Der am längsten mit mir verbundene Verein „basis&woge“ startete 2000 die Aktion „Paten für Straßenkids“ und ist damit seither sehr erfolgreich. Damals habe ich mit meiner Agentur gerade gestartet, es war genau das, was ich wollte. Ich wollte mit meiner Agentur Sinnvolles tun, mit meinem Können Gutes unterstützen, damit es wahrgenommen wird. Das Zeug dazu hatte ich vorher in einer großen Hamburger Agentur gelernt, die das gleiche für Kommerzielles anwendet – wieso nicht das Wissen auf Gutes übertragen. Ich fühlte mich wie Robin Hood unter den Werbern. Es war aufregend ein solch spannendes Projekt gleich zu Beginn meiner Karriere zu unterstützen. Ich entwickelte mit meiner kleinen aber feinen Agentur AGAPI das Konzept und erschuf später Kalle, den Straßenköter – fortan das Maskottchen des Vereins.
Seit 2006 sponsere ich jetzt mit AGAPI die „Bio Brotbox“. Zusammen mit zahlreichen Unterstützern geben wir jedem Erstklässler die Chance einmal Bio zu schmecken – das kleine Bilderbuch ist ein bleibendes Geschenk, das wirken kann. Das Konzept, die Texte und Illustrationen wurden von uns AGAPIS gesponsort. Unser Wunsch war es, den Kindern nichts zu verkaufen, sondern eine Geschichte, eine Idee näher zu bringen, ihnen einmal mit Respekt zu begegnen und ihnen eine Freude zu machen ohne zu werten und ohne Hintergedanken.
Zusammen mit dem ATB e. V. entstand 2009 ein Förderungskonzept, um alleinerziehende Familien dort zu unterstützen, wo normalerweise zwei Erwachsene für vorgesehen sind. Es entstand der Förderverein „XXLTERN raus bist du noch lange nicht“, dem es um den Ausbau und die Erweiterung der vorhandenen Beratungs- und Unterstützungsleistungen geht. Hier kreierten wir den Namen, entwickelten das Kommunikationskonzept, die Inszenierung und natürlich das Design. Wir gingen immer wieder in den Dialog, klärten Verständnisfragen und hatten Konflikte zu lösen, denn die Verhalten von Sozial- und Wirtschaftssystemen könnten unterschiedlicher nicht sein. Ich begleitete den Verein insgesamt fünf Jahre und unterstützte ihn bei der Gründung.
Meine Kunden reagieren. Sie haben Interesse an unserem Engagement und wollen unser Handeln und die Verbundenheit zu den sozialen Themen verstehen und begleiten. Mit Agapis Welt möchte ich meinem gesamten persönlichen sozialen Tun noch mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung zollen. Hier kann es sich entfalten, sich selbstbewusst zeigen, anstiften und wachsen – Platz genug ist da und Power auch.
Ach, eines haben wir Ende letzten Jahres noch angezettelt. Wir AGAPIS haben unsere Köpfe zusammen gesteckt und eine nützliche, im wahrsten Sinne „fragwürdige“ Sinnkind-Produktlinie kreiert. Kurz vor Weihnachten 2009 haben wir sie dann noch schnell produziert und bei der Verkaufsveranstaltung in der Johanneskirche in der Max-Brauer-Allee und im eigenen Online-Shop, dem AGAPISWELT-Shop verkaufen können. Mit dem Verkauf der eigens entworfenen und produzierten Sinnkind-Produkte und Kalle, dem Straßenköter möchte ich als Unternehmerin ein Zeichen setzen. Diesen Beitrag kann ich als kleine Agentur leisten, Grundlegendes zu verändern. Wir in AGAPIS WELT rechnen mit Wertschätzung, denn einen Teil des Reinerlöses jedes erworbenen Produkts fließt in soziale Projekte.
Ich finde, dass Kinder die Zukunft sind und
dass ich die Zukunft heute gestalten kann.
Mit AGAPIS WELT möchten wir natürlich Spaß machen, aber auch den Kommerz mit einer sozialen Tat verbinden und dabei sexy sein. Die zu erwerbenden Produkte regen nicht nur den Käufer zum Denken an. Sie provozieren unterschwellig, wo immer sie wahrgenommen werden – ob als Geschenk oder als Alltagsgegenstand. Die rotschwarzen Komposita zieren die weißen Objekte und irritieren. Das Lätzchen zum Beispiel mit der Wortkombination „Entwicklungsspuren“ – ein Baby sabbert, kleckert, hat noch keine Manieren, es macht Dreck! – oder hinterlässt es lediglich Spuren der Entwicklung? Mit den Sinnkind-Produkten möchte ich gezielt allein erzogene Kinder unterstützen. Nur wenn Kinder die Chance haben, soziale Kompetenz zu entwickeln und zu reifen Menschen heranzuwachsen, werden auch sie für sich und andere künftig Verantwortung übernehmen. Hugh, ich habe gesprochen!